DIE SCHWARZEN BRÜDER

Regie: Xavier Koller
Kino-Start: 20. März 2014

Giorgio (Fynn Henkel) wird von dem Mann mit der Narbe, Antonio Luini (Moritz Bleibtreu), gekauft und mit drei anderen Jungen nach Mailand gebracht. Dort angekommen, wird er sofort an einen Mann verkauft und muss auch schon als Kaminfegerjunge arbeiten. Dabei wird nicht nur er, sondern auch die drei anderen Jungen aus seinem Heimatdorf von den „Wölfen“, einer Straßenbande, in die Mangel genommen und muss sein gesamtes Trinkgeld abgeben und auch Schläge einstecken. Die Kaminfegerjungen schließen sich zusammen und gründen ihre eigene Bande, die „schwarzen Brüder“. So entsteht ein kleiner Bandenkrieg. Doch dann begraben die zwei Banden ihr Kriegsbeil, denn sie haben etwas viel größeres vor...

Verfilmt von Xavier Koller ist „Die schwarzen Brüder“, basierend auf der Romanvorlage von Lisa Tetzner und Kurt Held, mit einem Cast der besten deutschen Schauspieler wie Moritz Bleibtreu und Richy Müller und Nachwuchsschauspielern wie Fynn Henkel, Ruby O. Fee und Oliver Ewy ein guter Film geworden. Der Film punktet nicht nur durch die überzeugenden Schauspieler, sondern auch mit Kostümen und Schauplätzen, die nicht, wie so oft bei deutschen Produktionen, unecht und gekünstelt wirken. Ganz im Gegenteil, die Handlungsorte wirken genau wie die Kostüme passend und authentisch. Die Geschichte ist zwar mit dem armen Jungen, der sich in die Tochter seines Meisters verliebt und umgekehrt und den zwei Straßenbanden, die sich zuerst bekriegen und sich letztlich doch zusammenschließen und so den Bösen überwältigen, nach einem ganz einfachen Muster gestrickt, ist aber angenehm zu sehen, weil dieses Klischee nicht in den Vordergrund gerückt wird und demnach auch nicht negativ auffällt. Was zudem auch für den einen oder anderen Überraschungsmoment sorgt, ist die Beziehung zwischen Pater Roberto und Luini, die in ihrer Jugend etwas ganz ähnliches erlebt haben wie Giorgio und seine Freunde. Auch die entstehende Freundschaft zwischen Giorgio und Alfredo, der wie Giorgio aus Tessin stammt, und dann deren abruptes Ende, sorgt für ein paar schöne Momente, doch genau so für ein paar traurige. Doch insgesamt spiegelt die Geschichte das ganz typische Muster wider, bei dem die Freunde, die zueinander stehen und zusammenhalten, dem Bösen seine gerechte Strafe verpassen. Das allerdings macht auch den Charme des Films aus.

„Die Schwarzen Brüder“ war für mich eine echte Überraschung, aber vollkommen im positiven Sinne. Normalerweise bin ich kein Fan deutscher Filme, doch dieser hat mich mit dem tollen Cast und den beeindruckenden Bergaufnahmen überzeugt. Der Film ist nichts für leidenschaftliche Action-Fans, sondern eher etwas für die Kinobesucher, die einen eher stillen Film mit einer realistischen Geschichte und einer Botschaft sehen wollen.

*KINOSTART: 20. MÄRZ 2014*

Autorin / Autor: Nellie - Stand: 5. Februar 2014